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copyright Max Mauluff 2012
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Pickups selbst wickeln
Workshop Pickups selber wickeln
Custom Pickups ala MacGuyver
 Spätestens nach dem Linus mir einen Schaller S6 Singlecoil repariert hatte, war mein Interesse an der Herstellung und Reparatur von Pickups geweckt. Auch die Galerie die uns Linus präsentiert hatte als er uns seine eignen Tonabnehmer vorstellte, beflügelte meine Fantasie.
Fortan begann ich im Internet zu recherchieren und mir unzählige Videos auf Youtube anzuschauen. Parallel dazu suchte ich das Internet nach schriftlichen Infos bezüglich Pickup-Werten ab. Der Beschluß irgendwann einmal meine eigenen Pickups zu wickeln reifte immer mehr.
Klar war auch, daß nach all den Videos eine teure Wickelmaschine von Schatten für mich nicht infrage käme. Da sollte vorerst mal improvisiert werden, denn die Anschaffung schlägt mit 300 Dollar plus Fracht und Zoll zu Buche.
Abenteuerliche Wickelmaschinen aus Fischertechnik, alten Nähmaschinen und Legobaukästen konnte ich da bestaunen, teilweise wurde sogar nur mit einem Akkuschrauber gewickelt. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt.
Also schaute ich mir die Wickelmaschine von Schatten etwas genauer an und merkte mir ein paar Details.
 
Eine von der Funktion ähnliche Konstruktion sollte es werden, bei der die Spindeln mittels Riemenantrieb bewegt werden, was dem ganzen eine gewisse Dämpfung der kreisenden Spindeln verleiht und damit die Bruchgefahr des Wickeldrahtes erheblich vermindert.
Weiterhin musste ein Zählwerk her, daß in der Lage ist, die schnellen Umdrehungen zu erfassen.
Erste Versuche mit mechanischen Zählwerken stellten mich nicht sonderlich zufrieden, weil sie bei schnellen Umdrehungen sehr viel Unruhe in die Bewegung bringen und neben dem klickenden Lärm auch recht langsam laufen müssen, sollen sie zuverlässig zählen.
 In einem Video entdeckte ich, daß ein Wickler einen Fahrradtacho umfunktioniert hatte und diese Spur trieb mich zur Recherche nach einem elektronischen Zähler.
 
Schliesslich fand ich ein Video in dem ein Bastler einen Taschenrechner so modifizierte, daß man mit einem „Reed-Kontakt“ und einem Magneten einen Stromkreis unterbrechen, bzw. schliessen kann.
 
Dummerweise sind heute gängige Taschenrechner nicht mehr auf richtigen Leiterplatinen aufgebaut, sondern vielmehr mit gedruckten Leiterfolien aus Kunststoff bestückt, die ein Löten vollkommen ausschliessen. Ein altes Exemplar eines Taschenrechners habe ich dann meiner Schwiegermutter abgeschwatzt und ihr einen neuen dafür geschenkt, aber wie das Leben so spielt war ich beim ersten Lötversuch etwas unvorsichtig und habe mit zu großer Hitze die Leiterbahnen völlig verbrannt.
 
Auf dem sonntäglichen Flohmarkt konnte ich weitere zwei Exemplare (2 Euro) gekaufen und tatsächlich beim zweiten Anlauf konnte ich zwei Drähte auf die Platine löten, die es erlauben die Additionsfunktion kurz zu schliessen.
 
Das hat auch den Vorteil, daß sowohl beim Vorwärts- als auch beim Rückwärtslauf gezählt wird, beliebig addiert oder subtrahiert werden kann. Mit dem Reed-Kontakt eines alten Fahrradtachos den ich noch hatte liess sich problemlos eine Magnetschranke anfertigen, die den Rechner steuert.



Das Problem war also schon mal gelöst.
In Ebay fand ich dann einen Elektromotor aus einem Ventilator, der wesentlich weniger Leistung und auch Umdrehungen hatte, der aber nicht mit dem Trafo funktionierte. Deshalb musste erst mal das Batterieladegerät aus der Garage und ein Steckdosen-Dimmer herhalten. Optimal ist diese Lösung noch nicht, ein Fußschalter wäre genial, weil man gerade beim Anlauf der Welle eigentlich beide Hände braucht.   Die Eisenwinkel lagen noch in der Werkstatt, das große Übersetzungsrad war einmal ein Puppenwagenrad und die Antriebsriemen einfache Haushaltsgummis.
 
Die Achse ist ein Alurohr aus dem Baumarkt ( 2,75 €/ 1,20m Länge) auf das mittels einfacher Dübel und Spaxschrauben der „Propeller“ für die Aufnahme der Spulen aufgeschraubt wird.
Damit die ganze Sache ruhiger läuft wurde ein Ausgleichspropeller auf der anderen Seite installiert, was auch das Wickeln von Reverse Spulen ermöglicht. Auf dieser Seite habe ich wegen der besseren Laufruhe eine zusätzliche Riemenspule angebracht, was sich sehr bewährt hat.
 
Nun das Ganze auf eine vorhandene Verbundleimplatte geschraubt ( Baumarktabfall 2 Euro) und die Drahtführung noch mit zwei Metallwinkeln und dem Rest des Aluröhrchens angefertigt. Die Wickelstops für rechts und links sind Kunststoffteile aus dem Baumarkt.
Der Magnet wird einfach mit Klebeband an der Wickelachse befestigt, der „Reedkontakt mit einer Schelle an den Eisenwinkeln.
 
Den Taschenrechner habe ich mit doppelseitigem Klebeband gut einsehbar an einem angeschraubten L-Winkelblech befestigt.
 
Und fertig ist die Wickelmaschine ala MacGuyver. 
 
Die Propeller ist kleine Metallbleche, welches den Spulenmagneten Halt giben. Zusätzlich sorgt Doppelklebeband, daß die Spulen beim rotieren nicht wegfliegen.
 
Den ersten Dauertest ca. 35 Minuten Dauerlauf hat die Maschine NICHT geschafft, die Haushaltsgummis waren der Belastung nicht gewachsen.
Aber MacGuyver hat natürlich schnell Abhilfe in Form von Revox Tonband-Antriebsriemen gefunden und die wahren verhältnismäßig teuer, aber sie halten. ( Ebay 6,65 incl.)
 
Jetzt schnurrt das Maschinchen, die Geschwindigkeit lässt sich einigermaßen regulieren und das Motörchen wird zwar warm läuft aber nach einer Stunde immer noch klaglos. Es ist ein wenig Schlupf im Riemensystem um all zu rucklige kraftvolle Starts etwas zu kompensieren, wenn sie einmal läuft, dann hält sie konstant die Drehzahl von ca. 240-260 U/min. Daran kann man sich ausrechnen wie lange man an einem Pickup mit 10.000 Wicklungen sitzt.
 
Das Wickeln konnte also beginnen.
Mein erstes Opfer war ein defekter Singlecoil, den mir freundlicherweise Kollege Froschgott-Jens zur Verfügung stellte. Dessen Wicklung war gerissen und musst erneuert werden. Also alte Wicklung runter, etwas versäubern und dann den 0,063 mm Draht (42 AWG) mit der Maschine aufgewickelt.

 
Bei 10170 Wicklungen war die Spule voll und der Pickup sollte rechnerisch ca. 8,0 Kohm haben. Die stärkeren Magnete (Quarterpounds) sollten ihm die nötige Power verleihen.
Das Verlöten der Anschlusslitzen war kein großes Hexenwerk, mit einem temperatursteuerbaren Lötkolben mit feiner Spitze ist das nicht weiter tragisch.
Die Kontrolle mit dem Meßgerät zeigt 8,15 Kohm, also fast genau den vorberechneten Widerstand. Faszinierend.
 
Soweit so gut, ein ordentlicher Pickup, damit er nicht pfeift und mikrofoniert muss gewachst werden, am besten im Vakuum.


Eine Vakuumpumpe allerdings ist nicht gerade an jeder Ecke zu bekommen und billig ist so was auch nicht.
Ein Gurkenglas mit Schraubverschluß von der Schwiegermutter (Aldi) eine 50 ml Spritze für einen Perfusor und eine aufschraubbare Infusionsleitung und eine Haushaltsklemme für Gefrierbeutel werden zur improvisierten MacGuyver-Vakuumpumpe. Die Kanüle wurde im Deckel verklebt und mit der Spritze und der Klemme lässt sich jetzt fast jedes beliebige Vakuum im Gurkenglas erzeugen.


Die Vakuumier-Apparatur zum Nulltarif funktioniert perfekt und bei 65 Grad Wachstemperatur lassen sich die Spulen so einwandfrei unter Vakuum mit einer Mischung aus Paraffin (Teelichter) und Bienenwachs versiegeln.
 





Ich hoffe anhand der Bilder und des Videos könnt ihr die Aktion etwas besser verstehen. Für weitere Fragen bin ich jederzeit ansprechbar.
 
Nun dürft ihr nicht glauben, daß das alles ohne Probleme und Pannen von statten ging. Der zweite Pickup an dem Tag war eine alter Wilkinson Telecaster Neck-Pickup, der mich richtig ärgerte. Bei 2500 Wicklungen riss mir der Draht, weil er irgendwo hängen blieb, beim zweiten Versuch lief die Maschine zu schnell und die Wickelbegrenzer waren zu weit eingestellt. Der Dritte Versuch endete bei 1750 Wicklungen, weil ich in einem unachtsamen Moment den Dimmer viel zu weit aufgedreht hatte und der Pickup vom Propeller flog.
 
Insgesamt habe ich damit gut 8000 Wicklungen mit diesem Pickup in den Sand gesetzt.
 
Resümee daraus, sorgfältiger Arbeiten und vorbereiten und konzentriert bei der Sache bleiben, sonst hat man nur Kupferwolle am Ende.
 
Im vierten Versuch klappte dann auch dieser Pickup, ich bekam allerdings nur 5400 Wicklungen auf die Spule und bei dem dicken 0,063 mm Draht sind das schwache 4,3 Kohm, etwas wenig für einen Telehals-pickup Ich werde ihn wahrscheinlich noch einmal mit 0,056 mm neu wickeln, wenn ich etwas Erfahrung gesammelt habe..
 
Mit 500 Gramm Kupferdraht (40 Euro) lassen sich theoretisch etwa 2 Duzend Singlecoils oder 12 Humbucker wickeln. Die Spulenkörper gibt es im Internet bei Trashcontainer und dort bekommt man auch eine Auswahl von Magneten für Singlecoils, P90 und Humbucker. Ein weiterer Tipp ist die Pickupschmiede, die ihren Internetshop wieder eröffnet hat.
 
Wer glaubt er könne damit viel sparen wenn er seine Pickups selbst wickelt, der irrt, denn gute Quellen für Teile sind in Europa sehr rar und bei Käufen in USA schlägt Zoll und Märchensteuer zu Buche.
 
So kommt ein SC gut und gerne auf 30-35 Euro und bei einem Humbucker sind es schnell auch mal 40-45 Euro. Dafür sind die Tonabnehmer dann aber handmade und im wahrsten Sinne scatterwound by MacGuyver.
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