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copyright Max Mauluff 2012
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Neubundierung
Workshop Bundieren
Bundieren von zwei Hälsen ohne Binding



 
 
Dieses Tutorial hat seinen gedanklichen Hintergrund in der
Reparatur von Kollege Maggys Stratocaster.
Lange Zeit war nicht klar ob der Hals seiner Ibanez
überhaupt noch zu retten sei und da die Gitarre nicht verschrottet werden sollte musste ein passender Ersatzhals gefunden werden.
Irgendwann bekam ich von Maggy die Frage ob ich ihm einen Hals herrichten könne, den er zuvor günstig bei Ebay geschossen hatte.


Als dann 2 Hälse bei mir an kamen, war leicht zu erahnen,
daß da einiges an Arbeit auf mich zukam.
 

Der Mapleneck hatte schon ein paar Jährchen auf dem Buckel und war redlich malträtiert worden. Ein Teil der Bünde war schon unfachmännisch entfernt worden, die Kopfplatte war durch mehrere Decal-Aktionen recht
ramponiert.




Der Palisanderhals war optisch in etwas besserer Verfassung,allerdings hatte der Vorbesitzer mit roher Gewalt die Bünde aus dem Griffbrett entfernt, was das knochentrockene Palisander mit beleidigten Absplitterungen rund um die Bundschlitze quittiert hatte.



 
Der Mapleneck war ein Kandidat zum Ersatz des kaputten
Ibanezhalses und wurde somit zuerst verarztet.
 
Mit einem ausrangierten Stecheisen habe ich vorsichtig die
restlichen Bünde sehr vorsichtig gelöst und aus dem Griffbrett entfernt.


Mit einem speziellen, formbaren Abdruckkunststoff habe ich
dann eine Abformung des Griffbretts erstellt und somit die Griffbrettwölbung abgegriffen.
 
Aus diesem Abdruck habe ich mir einen individuellen
Radiusschleifklotz speziell für diesen Hals gefertigt. Das gewährleistet, das nicht all zu viel Materialabtrag beim Glätten des Griffbrettes erfolgt.


Damit wurde nun das Griffbrett mit 400er, 600er, und 1000er Schleifpapier in Form geschliffen.
Die Griffbrettkanten wurden nachgearbeitet, allerdings hätte
ein 100Prozent Begradigen der Kanten mindestens 2 mm Griffbrettbreite gekostet, so das nur eine Nivellierung vorgenommen wurde.
 


Das erschwert allerdings später auch das exakte Ablängen der Bünde und so muss auch da eine individuelle Nivellierung jedes Bundes vorgenommen werden.



Auch wenn viele Gitarristen auf dieses Spielgefühl eines
alten Halses stehen, kann ich von der handwerklichen Seite sagen, daß dies eine zusätzliche Herausforderung bedeutet, die mehr oder weniger auch mal einen
Kompromiss darstellt.
Anschließend wurden mit einer wirklich alten Japansäge
(Erbstück) die Bundschlitze vertieft und nachgearbeitet.
 


Das gesamte Griffbrett incl. der Kanten wurde entfettet und dann zwei Mal dünn mit schnellhärtendem DD-Lack versiegelt, wobei die Bundschlitze mit Malerband abgeklebt waren.



Auch die Kopfplatte wurde neu lackiert, nachdem sie 2 Tage bei sommerlicher Sonnenstrahlung etwas nachgedunkelt hatte und so optisch wieder zum Rest des Halses passte.

 
Alles wurde anschließend mit Mesh fein geschliffen und
Hochglanz poliert.


Maggy hatte mir goldfarbenes Bundmaterial von der Rolle
besorgt, das ich großzügig ablängte und mit einer Drei-Finger-Zange leicht wellenförmig vorbog um eine bessere Friktion in den Bundschlitzen zu erreichen. Auch das Equipment stammt wieder mal aus zahntechnischem Werkzeug-Fundus. (Was wäre ich ohne mein Labor?)




Die Bünde wurden mit Fingerdruck in die Bundschlitze
eingesetzt, so daß sie in Position blieben.


Aus dem gleichen Formkunststoff wie dem Radiusschleifklotz hatte ich mir vorab einen Bundierstempel gefertigt mit dem ich jetzt unter leichten gezielten Schlägen mit dem Gummihammer die Bünde in ihre Endposition
einhämmerte. Dabei sollte der Hals tunlichst unterlegt sein , damit er beim einhämmern nicht mitfedert und Schaden nimmt.



 
Diese Methode hat den Vorteil, daß keinerlei Dellen in die
Bünde gehämmert werden und der gleichmässige Druck beim Einpressen keinerlei Schäden am Holz verursacht.
 
Profis haben dafür eine Bundierpresse, die sicherlich noch
um einiges besser funktioniert und auch deutlich schneller und effektiver arbeitet. Aber ich muß mir eben mit meinen Mitteln behelfen und bin mit dem Ergebnis recht zufrieden.
 
Aber selbst im Workshop bei Rockinger wird empfohlen mit
gezielten Hammerschlägen die Bünde zu vertiefen. Der Workshop von Rockinger ist übrigens nicht nur fürs Bundieren Gold wert.
(Eine weitere Literaturempfehlung ist das Buch von Martin
Koch „E-Gitarrenbau“.)
Mit einem „Profi-Dremel“ und einer Trennscheibe wurden jetzt die Bundenden auf Maß gebracht



Mit verschiedenen Schleifwerkzeugen werden anschließend die Bundenden entgratet und verrundet.
Mit dem Dremel, speziell den billigeren schweren Varianten
von Aldi etc. ist es teilweise schwierig ohne entsprechende Vorkenntnisse und Übung ein gutes Ergebnis zu erzielen. Vor allem die Gefahr der Beschädigung von Bünden und Griffbrett ist recht hoch.
Natürlich kann man das ganze auch mit kleinen Feilen und mit Stahlwolle ganz in Handarbeit erledigen. Recht günstige Feilensätze gibt es in jedem Baumarkt für wenig Geld ( Satz Schlüsselfeilen ca. 8-10 Euro).


Um eine möglichst einheitliche Abschrägung im 60 Gradwinkel zu erzeugen empfiehlt sich mit einem Lineal die Bünde parallel zum Griffbrett abzudecken und mit Feile oder Schleifblock ( Siehe Bünde abrichten) mehrere
Bünde gleichzeitig abzuschrägen.
 
Es folgt das bekannte Abrichten der Bünde, das ich schon in vorangegangenen Tutorials beschrieben habe.



Auch beim Palisanderhals wurde das Griffbrett mit einem
Radiusschleifklotz neu gerundet. Das sollte man tunlichst mit stabilen Arbeitshandschuhen tun, denn die Spreißel 
stechen mit ihren Widerhaken wie Angelhaken in der Haut.


 


Auch hier wieder das Nachsägen der Bundschlitze und dann das Einlassen des Griffbretts mit Lemonoil, damit das Holz etwas aufquillt vor dem Bundieren.


Die Schwiergkeit hier war, die lackierten Griffbrettkanten
möglichst nicht zu verletzen.
 
Beide Hälse bekamen einen neuen Knochensattel, den ich aus Rohlingen aus Büffelknochen hergestellt habe.



Als Vorlage diente mir hier ein alter Kunststoffsattel, den
ich als Kopierschablone verwenden konnte.

Die Saitenkerben habe ich mit einer Diamanttrennscheibe und dem Dremel gesägt, mangels adäquater Sattelfeilen.
 
Für das Runden der Kerben benutze ich Abschnitte von Saiten, die ich in eine Minisäge (Zahntechnik) einspanne.
Das definitive Kerben des Sattels kann erst nach Montage des Halses und aufziehen der Saiten erledigt werden.


Beide Hälse sind nun wieder einsatzbereit und spielbar.
















 Ich hoffe der kleine Ausflug in die Gitarrenreparatur hat
euch ein wenig Spaß gemacht und inspiriert, eine Bundierung vielleicht einmal selbst zu versuchen.
Um einiges schwieriger gestaltet sich die Bundierung eines
Halses mit Binding, aber mit der nötigen Geduld und ein wenig Erfahrung lässt sich auch diese Aufgabe meistern.
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