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Reparatur einer Stratocaster

Eine Stratocaster muss man basteln…

Dieser Satz von GM-Kollege Meymer könnte nicht besser passen zu der hier vorgestellten Relic Stratocaster eines Kollegen.

Die Beschreibung und die Bilder dieser „Fartercaster“ genannten Stratkopie liesen viel erwarten, die

Realität allerdings holte mich schnell wieder ein, als ich sie vor ein paar Wochen in Empfang nahm.

Auf den ersten Blick sah noch alles ganz nett aus, aber bei genauerer Inspektion erwies sich diese geschundene Stratocaster als ein Bastelprojekt der einfachsten Strickart.

Der Hals knarzte erst einmal beim heraus nehmen aus dem Gigbag. Er hatte etwas Spiel im Halsschuh des Korpus, die 4 Schrauben waren nicht fest verschraubt.

Der Saitenniederhalter der hohen Saiten flatterte nur noch mit 2 Gewindegängen gesichert über der Kopfplatte.

Das Pickguard war mit groben Korrekturen an den Hals angepasst worden und das Tremolo mit dem fetten Messingblock entpuppte sich als radikal still gelegtes Tremolo ohne eigentliche Funktion; denn die Bohrung für den Wammyhebel war über die normale Öffnung in der Grundplatte nicht zugänglich.

Am Amp offenbarte sich ein guter Grundton der verbauten Pickups in den Einzelpositionen, schaltete man aber in die Zwischenpositionen, ergab sich ein kraftloser quäcksiger Sound, der eher an Out-Off-Phase-Sounds erinnerte.

Also musste der Gitarre auch unters Kleidchen geschaut werden und was ich da zu sehen bekam rollte mir langsam die Fußnägel auf.

 Die Pickups waren wohl mal im früheren Leben schon in diversen Gitarren verbaut gewesen und hatten dann beim Tausch jedes Mal einiges an Kabellänge eingebüßt.

Am schlimmsten hatte es da den Humbucker erwischt, der gerade noch über knapp 2 cm Originalkabel verfügte.

Alle Kabel waren dann mit schwarzen Litzen verlängert worden und unter Spannung  an den 5-fach-Schalter angelötet.  Sowas kann schon beim Einbauen schnell abreisen, der Ärger ist vorprogrammiert.

Hierzu 2 Bilder von diesem Zustand:




Ein Blick auf die "exotische Verkabelung, man beachte den "Stummel "des Originalkabels des Humbuckers.




Dabei muss es wohl zum Vertauschen von „heissem“ – und Massekabel gekommen sein, was den quäksigen Sound in den Zwischenpositionen erklärte.

 Also hieß  es auch hier nachbessern und eine ordentliche zuverlässige Verkabelung neu herstellen.

Und siehe da, jetzt waren die Zwischenstellungen plötzlich hohl und nöckig, so wie man das von guten Strats her kennt.

Der Bridge Pickup bekam eine völlig neues 5-Ader-Kabel, so daß man nun auch bei Bedarf den Humbucker spiltten könnte und somit das Potenzial des durchaus kräftigen Humbuckers auch voll ausnutzen könnte.

Sinnigerweise hatte der Middle-Pickup von Fender MiJ zwei schwarze Anschlusskabel, so daß eine Zuordnung von Masse und „Hot“ durch den Laien nicht direkt  ersichtlich ist.

Also wurden auch hier die Anschlusskabel ersetzt und das gleich in der korrekten Länge.

Beim Lindy Fralin Neck Pickup beschränkte ich mich auf das Verlängern der Stoffkabels, mangels vorhandenem Ersatz. Auch wollte ich das eindeutige Erkennungsmerkmal dieses Vintage-Pickups nicht gänzlich zerstören.

In meiner Bastelkiste fand sich noch ein ausgedientes Tremolo, was nun seine Grundplatte opfern musste. Diese Grundplatte wurde nun entsprechend erweitert, so  das ein Einschrauben des Wimmerhakens erst möglich wurde. Die alte Grundplatte lies ich unversehrt zum jederzeitigen Rückbau.





Im oberen Bild sieht man die vergrößerte Bohrung für den Hebel. Gut auch zu sehen der Anschluß des Pickguards an den Hals.

Eine der 5 Federn wurde aus der Tremolokammer entfernt, denn es handelt sich bei der Bestückung um die stärksten Federn und somit gerät das „Wimmern“ zum Kraftakt, der irgendwann mit einem gebrochenen Hebel enden würde.

Auch mit 4 Federn bleibt das Tremolo jetzt stimmstabil, lässt sich aber seinem Einsatz problemlos zuführen.

Bei dieser Gelegenheit habe ich die ladenneue Federkammerabdeckung, die überhaupt nicht ins Bild passte  dann auch gegen eine im „Relic-Look“ ersetzt.
Wenn schon denn schon.



Da das Pickguard sowieso herunter war wurde auch gleich noch ein zweites Pickguard in mintgreen  für die Strat passend gemacht. Die Bestückung mit einem WSC Partsland einem alten Bill-Lawrence L-250 und einem von mir reparierten Häussel Big Mac braucht sich nicht verstecken und sieht obendrein auch noch kultig aus.





So sollte eine gute Kabelführung aussehen.

Wer mich kennt, weiss daß ich Verschandelungen durch zusätzliche Bohrlöcher etc. hasse wie die Pest.

Also musste das Pickguard am Halsausschnitt derart angepasst werden, daß auch die 11 Schrauben in die vorhandenen Bohrungen passen. Das sind halt kleine Details die mir aber wichtig sind.





Schlecht angepasstes Pickguard , mit etwas Sorgfalt geht sowas deutlich besser.


Jetzt noch neue Saiten gegen die billigen Schlabberdrähte ersetzt und ein neues Setup für das zerlegte Tremolo eingestellt und endlich nach gut 6-7 Stunden intensiver Arbeit ist dieses Mädel so wie ich mir eine vernünftige Stratocaster vorstelle. Alles fest nix wackelt, alles funktioniert und fühlt sich gut an.

Der Hals ist eine Wonne lässt sich perfekt bespielen, die Saitenlage ist bequem, ich mags lieber etwas höher und die Schallertuner verrichten ihren Dienst absolut perfekt.

Inzwischen bin ich allerdings emotional völlig von dem Mädel weggekommen, der unvoreingenommene Zugang lässt sich trotz intensiver Auseinandersetzung einfach nicht mehr herstellen.

Nach 5 Tagen fasse ich den Endschluss, mich von der Fartercaster wieder zu trennen, denn die Enttäuschung kriege ich nicht mehr aus meinem Kopf, trotz des jetzt guten Sounds und der hervorragenden Bespielbarkeit.

Eine Strat kann man basteln, muss man aber nicht, man kann sie auch sauber aufbauen, dann macht sie einfach viel mehr Spaß.

Bei mir ginge eine Gitarre so nicht aus dem Haus, denn
ein solcher Verkaufszustand  würde einen Nichtfachmann total überfordern. Und nicht jeder ist in der Lage solche Reparaturen durchzuführen.

 

 

 



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